
Demenz Meet München 2025
Leichte Stunden zu einem schweren Thema – dies erlebten die Gäste des dritten Demenz Meet München. Menschen mit Demenz, Angehörige sowie Interessierte und Fachleute kamen zusammen, um sich auszutauschen. Es wurde gelacht, geweint, gesungen – die Erfahrungsberichte haben Mut gemacht und inspiriert
Unter dem Motto „Verbunden bleiben“ fand am 29. März das dritte Demenz Meet in der Katholischen Akademie in München statt. Es war ein ganz besonderer Tag, mit einem einzigartigen Programm. Es wurde gelacht, geweint und gesungen. Durch den Tag führten das Moderatoren-Duo Peggy Elfmann und Anja Kälin.
Das erste Highlight war das Live-Zeichnen mit dem Cartoonisten Peter Gaymann. Er zeigte, wie seine Cartoons entstehen und erzählte, warum Humor im Umgang mit Demenz so wichtig ist. Seit 2013 widmet er sich dem Thema und bringt jedes Jahr einen DEMENSCH-Kalender heraus. Auf Peters Live-Zeichnung versteckte sich natürlich auch Huhn. Die Hühner-Cartoons sind ja sein Markenzeichnen.
Ein großer Dank geht an die Angehörigen, die auf der Bühne von ihren Erfahrungen berichteten. Da war beispielsweise Anna Asenkerschbaumer. Sie begleitet seit sechs Jahren ihre an Demenz erkrankte Mutter. Anna erzählte, wie sie anfangs versuchte, die Krankheit zu verdrängen und dann aktiv geworden ist. „Ich habe mich entschlossen, mich der Krankheit zu stellen. Ich möchte das. Ich will für meine Mutter da sein“, sagte Anna. Sie gab Einblicke in den gemeinsamen Weg mit ihrer Mutter und rührte das Publikum. Ihr Fazit: „Was treibt mich an: Es ist die Liebe. Die Liebe ist mein Motor.“
Lea-Sophie König war erst 21 Jahre alt, als ihre Mutter an Alzheimer erkrankte. Für die junge Frau und ihre beiden Schwestern war es ein Weg voller Hürden. Sie haben ihn gemeinsam gemeistert. Die Schwestern-Bande ist enger denn je, um für die Mutter da zu sein. „Ich hätte gerne früher gewusst, dass man sich nicht scheuen muss, nach Hilfe zu fragen und Unterstützung anzunehmen“, sagte Lea-Sophie und berichtete, wie ihr die Demenz Buddies von Desideria geholfen haben.









Ein ganz besonderer Mutmacher war Rainer Heydenreich. Seit drei Jahren lebt er mit der Diagnose Alzheimer-Demenz und hat viele unschöne Erfahrungen gemacht. Vermeintlich gute Bekannte haben sich abgewendet, oft begegnet er Vorurteilen. Rainer appellierte daran, Menschen mit Demenz teilhaben zu lassen und sie nicht auszuschließen. Sein Appell an alle Betroffenen: „Du hast zwar Demenz, aber du bist dennoch verantwortlich für dein Leben.“ Bloß nicht zurückziehen, sondern auf andere Menschen zugehen und weiterhin aktiv und engagiert bleiben, so sein Rat.
Die sehenswerte Doku „Sofia, ihr Vater und ihre Pflege-WG“ wurde auf dem Demenz Meet ebenfalls gezeigt. Auch die Filmemacherin Susanne Fiedler und Protagonistin Sofia Jüngling-Badia waren auf der Bühne und erzählten von den Dreharbeiten. Fest steht für beide: Es braucht mehr alternative Wohnmodelle. Auch Christel Bucksch und Fernanda Velasquez berichteten von ihrem Arrangement „Wohnen gegen Hilfe“.
Für musikalische Untermalung sorgte Sarah Straub. Auch Peter Schneider, der von der Reise mit seinem Vater nach Breslau berichtete, griff zur Gitarre.
Für fachlichen Input sorgten Dr. Sarah Straub und Kollege Dr. Zeljiko Uzelac. Sie informierten über die Online-Demenzsprechstunde und gaben Einblicke in die häufigsten Fragen und welche Antworten Angehörigen weiterhelfen.
Am Nachmittag lud das Desideria-Team alle Gäste ins Worldcafé ein. Zu neun verschiedenen Themen tauschten sich die Teilnehmenden aus und hielten Anregungen und Tipps für andere Pflegende und Interessierte fest, etwa dazu, wie es gelingt, auf sich selber zu achten, wenn man eine Person pflegt oder wie Vereinbarkeit von Pflege und Beruf gelingen kann.
Das Demenz Meet München hat inspiriert und gezeigt, worauf es ankommt, um miteinander in Verbindung zu bleiben, egal ob mit oder ohne Demenz: aufrichtiges Interesse und ehrlicher Austausch miteinander. Und: Mit Humor geht’s leichter.
Verbunden bleiben
Desideria hat es sich zum Ziel gemacht, Angehörige von Menschen mit Demenz miteinander zu vernetzen. Und das nicht nur beim Demenz Meet München, sondern ganzjährig und bundesweit. Werden Sie Teil der Desideria Angehörigen-Community und kommen Sie ganz nach unserem Motto „Gemeinsam statt einsam“ mit anderen Angehörigen in Kontakt: